Obwohl im Web 2.0 mehrheitlich positiv über Online-Liebesgeschichten berichtet wird, werden auch einige Fälle veröffentlicht, die sich zu Tragödien entwickelt haben. Gerade kürzlich in den Medien aktuell war der Fall von Megan Meier, eines amerikanischen Teenagermädchens, das durch eine vermeintliche Online-Liebe Opfer einer perfiden Intrige wurde.
Ein Artikel dazu befindet sich unter anderem auf Spiegel.de.
Die Mutter einer ehemaligen Freundin gab sich als ‘Josh’ aus, in den Megan sich durch regelmässige Online-Kontakte verliebte. Als die vermeintliche Online-Liebe sie plötzlich zurückstiess und beschimpfte, erhängte sich Megan – im Alter von 13 Jahren.
Die Tatsache, dass ein Flirt auf einer sozialen Netzwerk-Seite eine solche emotionale Kraft auf ein junges Mädchen ausüben kann, ist erstaunlich, eigentlich schon erschreckend. Es wurde in der Medien-Berichterstattung darauf hingewiesen, dass Megan depressiv, eher schüchtern und mit ihrem Aussehen unzufrieden war. Es ist gut vorstellbar, dass diese Faktoren eine Rolle im unglücklichen Verlauf von Megans Geschichte spielten.
Die Involvierung einer erwachsenen Person (der Mutter der ehemaligen Freundin) in die gezielte Täuschung und Demütigung des Mädchens wirft rechtliche Fragen auf. Laut Nutzungsbedingungen von Myspace ist es nicht gestattet, falsche Angaben in den eigenen Profilinformationen zu machen und sich als eine andere Person auszugeben. Wegen dem Übermass an Informationen (Millionen kostenloser accounts) werden diese Angaben aber generell nicht überprüft, können auch kaum überprüft werden – es sei denn, es liegt eine konkrete Anzeige vor. Diese wird wohl im Fall Megan Meier gegeben sein.
Obwohl nicht alles publik wird, wird es wohl noch andere, ähnliche Geschichten geben – hoffentlich mit weniger dramatischem Ausgang. Das Internet ist nun einmal kaum kontrollierbar, trotzdem ist es zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Informationsgesellschaft geworden, gerade in seiner jetzigen offenen Form. Ohne diese Benutzerfreiheit könnten wir nicht mehr von einem Web 2.0 sprechen. Wichtig ist, dass Kinder so bald wie möglich über die Chancen und Gefahren des Internets aufgeklärt werden und Eltern unterstützend zur Seite stehen, wenn das Kind das Web 2.0 erforscht.