Internationale Heiratsvermittlung im Internet – Thaifrau

By obre

Nebst kommerzieller Partnervermittlung wurde auch Online-Heiratsvermittlung weit über die Landesgrenzen hinweg des öfteren in den Medien thematisiert. Es sind meist Frauen, die einen Mann aus der westlichen Welt suchen. Anders als z.B. bei Parship steht bei dieser Art der Partnersuche im Internet nicht so sehr die Liebe, sondern erstrangig die erfolgreich abgeschlossene Hochzeit im Vordergrund. Damit werden auch rechtliche und finanzielle Probleme gelöst, denn oft stammen die vermittelten Frauen aus Ländern wie Thailand und China.

Mit einer einfachen Suchanfrage wie z.B. ‘marry a chinese woman’ in einer Suchmaschine werden entsprechende Angebote sehr schnell gefunden:

http://www.chnlove.com/my/newprofiles.php

Ich habe mir die Seite Thaifrau – http://www.thaifrau.org/ genauer angeschaut und dabei festgestellt, dass es durchaus seriöse Angebote zu geben scheint, die den partnersuchenden Usern wertvolle Tipps mit auf den Weg geben und sich mit klaren Regeln von Abzockereien distanzieren. So gibt es auf der Seite u.a. umfangreiche Anweisungen in Deutsch, wie sich ein Ausländer auf Brautschau in Thailand verhalten sollte, um die Familie der Auserwählten nicht vor den Kopf zu stossen: http://www.thaifrau.org/guide/thaifrau_artikel_23.asp

Zudem wird darauf hingewiesen, dass ein Urlaubs-aufenthalt allein nicht ausreichen könnte, um die Frau und ihre Familie zu überzeugen und dass Geschenke und Essen zu einer teuren Angelegenheit werden können, obwohl die Kontaktvermittlung über Thaifrau kostenlos ist. Eher ungewöhnlich erscheint der Abschnitt in den Nutzungsregeln darüber, dass die Anzeigen der Thaifrauen von Verwandten oder Freunden in europäischen Ländern eingereicht werden müssen und nicht von den Frauen selbst: http://www.thaifrau.org/thaifrau-disclaimer.asp

Obwohl diese Regel nicht näher erläutert wird, soll sie wohl dazu dienen, die Seriösität des Angebots zu gewährleisten und vielleicht auch, um sicherzustellen, dass eine Mittelsperson bei Kontakt- und Kommunikations-schwierigkeiten zur Verfügung steht.

Eher problematisch erscheint die Tatsache, dass die Wohnadressen der Frauen offen für jeden Besucher der Seite angegeben werden. Ein Missbrauch dieser Information kann nicht ausgeschlossen werden. Die Betreiber von Thaifrau weisen darauf hin, dass das Angebot rein als Kontaktplattform dient und die Nutzer darüber hinaus nach eigenem Ermessen handeln müssen.

Auf der Website wird eher unauffällige Werbung betrieben. Es ist möglich, kostenpflichtige Banner und links online zu schalten und Zahlungen als Spende zu machen. Zudem wird im Beratungsteil auf bestimmte Literatur hingewiesen, die die Partnersuche in Thailand erleichtern soll, und vorgeschlagene Vorwahlnummern versprechen einen besonders günstigen Tarif für Gespräche nach Thailand. 

Eine Antwort zu „Internationale Heiratsvermittlung im Internet – Thaifrau“

  1. Caroline sagt:

    Hier stellen sich mir zwei Fragen – eine ethische und eine gesetzliche.
    Ist es ethisch vertretbar, Zweckehen (ohne Liebe, die sich – wenn überhaupt – vielleicht später einstellt?) zu vermitteln und/ oder entspricht man dem Wunsch einsamer Männer, welche so der Einsamkeit entfliehen oder verzweifelter Frauen, welche durch eine Heirat ihrer sozialen und finanziellen Tristesse entkommen wollen? Kommt eine Frau aus einem Kulturkreis, in welchem es noch üblich ist, dass Ehen durch die Eltern arrangiert werden, ist solch eine Zweckehe wahrscheinlich etwas Normales. Die „Liebesheirat“ ist ja vor allem in unserem westlichen Denken der neueren Zeit verankert.
    Verständigungsschwierigkeiten mangels Sprachkenntnissen, anderer Kulturhintergrund oder andere Religion scheinen in einer solchen Ehe offensichtlich kein Hindernis zu sein (dem Blauäugigen dämmert es dann, wenn es bereits zu spät ist).
    Abgesehen davon gibt es hier sicher auch die „Kategorie“ Männer, die auf diesem Weg gratis eine Putzfrau und Bettgenossin suchen und denen egal ist, was das für eine Frau ist – Hauptsache einigermassen hübsch und den Zweck erfüllend (klingt brutal, ist aber so). Frauen lassen das dann oft mit sich geschehen, da die Angst vor Ausweisung grösser ist. (Den CH-Pass erhält man meines Wissens erst nach fünf Jahren Ehe.)
    Gesetzlich stellt sich die Frage, ob eine Zweckehe in einzelnen Fällen unter Umständen mit einer Scheinehe gleichzusetzen ist, was ja verboten wäre bzw. zur Annullierung der Ehe und Ausweisung der Frau führen würde.

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