Parship behauptet, für Partnersuchende den Partner ermitteln zu können, der am besten zu ihnen passt. Dafür wird per Online-Fragebogen, der das Kernstück des Systems ist, die eigene Persönlichkeit ermittelt und schliesslich durch eine Matching-Prozentzahl mit den persönlichen Eigenschaften und Vorzügen potenzieller Partner verglichen. Je höher der Matching-Wert, desto besser passen diese Menschen zueinander – zumindest laut System.
Laut eigenen Angaben auf http://www.parship.ch basiert das Parship-Vermittlungssystem auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus über 30 Jahren psychologischer Forschung. Konkret genannt wird Prof. Dr. Hugo Schmale, Professor für Psychologie an der Universität Hamburg. Leider wird das System aber nicht transparent gemacht, und die genannten wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie ihr Einfluss bleiben unklar. Was bleibt, sind die vielversprechenden Worte, die dazu verleiten, auf den Fragebogen zu vertrauen.
Bei einem Testlauf durch die 83 Fragen fiel auf, dass der User durchaus in einzelnen Fällen in der Wahl seiner Antworten beeinflusst werden kann, was nach wissenschaftlichen Kriterien eigentlich nicht geschehen dürfte. Beim Anklicken einer Option erschien die Meldung, dass viele Menschen diese Antwort wählen würden, weil sie am logischsten erscheine. Ich solle mir daher noch einmal überlegen, ob ich mich gefühlsmässig nicht doch eher einer der anderen Optionen zuordnen könne. Was ich dann auch tat, wenn auch nur, um mich von der Masse abzuheben. Vielleicht hätten die Fragen und Antworten sorgfältiger formuliert werden müssen, um solchen Problemen vorzubeugen.
Zudem werden User zu Beginn der Online-Befragung auf der Parship-Webseite dazu aufgefordert, alle 83 Fragen möglichst an einem Stück zu beantworten. Da dies aber durchaus eine Stunde oder länger dauern kann, sind Ermüdungserscheinungen gegen Ende der Befragung nicht unwahrscheinlich. Ich persönlich wollte die letzten Fragen nur noch rasch durchklicken, um endlich zu einem Ende zu kommen.
Die Registrierung findet erst nach Abschluss des Fragebogens statt. Vielleicht sollen User davon abgehalten werden, ihr Interesse an den Fragen (und somit an der Registrierung) zu verlieren. Erst nach Abschluss der Befragung und einem ersten Vorschlag von mehreren tausend möglichen Partnern wird auch klar, dass für ein Austausch von Bildern sowie für Kommunikationsoptionen eine Premium-Mitgliedschaft notwendig ist. Diese schlägt mit über 100 Euro für 6 Monate zu Buche.
April 2, 2008 um 9:56
Ob das Parship-Vermittlungssystem auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, weiss ich nicht. Aber ich habe zwei Freundinnen, welche diesen Test gemacht und die Mitgliedschaft bezahlt haben. Beide haben, soviel ich weiss, die Mitgliedschaft sogar verlängert und waren mit der Dienstleistung durchaus zufrieden. Sie haben nach der Auswertung und Bezahlung des Tests eine Broschüre ihres Profils erhalten (welches übrigens noch ansprechend gestaltet war). Danach wurden ihnen nur Partner mit einer Übereinstimmung von über 60 % als Vorschlag angegeben. Auch fanden beide, dass die Mitgliedschaft und der damit verbundene Service mit ca. 170 Franken pro halbes Jahr ein günstiges Angebot sei, wenn man es mit anderen – zum Teil exorbitant teuren – Partnervermittlungen vergleicht.
Zum Fragebogen: Sicher sind 83 Fragen, welche nach Möglichkeit an einem Stück beantwortet werden sollen, nicht wenig. Aber seine wir einmal ehrlich. Würden wir einen Fragebogen mit vielleicht nur 15 Fragen als seriös erachten? (Seriosität der 83 Fragen einmal ausser Acht gelassen!) Und ist jemand, der wirklich ernsthaft nach einem Partner sucht und diesen Weg einschlägt nicht auch bereit, diesen Fragebogen mit etwas Zeitaufwand zu beantworten?