Es wird immer wieder gesagt und geschrieben, dass Online-Partnervermittlungen ‘boomen’ und immer beliebter werden. Wie sehen diese Behauptungen jedoch konkret in Zahlen aus? Wie bedeutsam ist das Phänomen Liebe 2.0 konkret für Wirtschaftsfragen?
Da diese Frage offenbar schon oft von öffentlichen Nachrichtenmedien gestellt wurde, war nur eine sehr kurze Recherche notwendig, um auf NZZ Online einige Zahlen zu finden. In einem Artikel vom 11. März 2007 werden folgende Angaben gemacht:
- Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels wächst der Online-Markt für Partner-vermittlungen im Jahr um durchschnittlich 40%.
-Europaweit werden schätzungsweise rund 450 Mio. Fr. umgesetzt, davon entfallen rund 22 Mio. auf die Schweiz. Laut des deutschen Markt-forschungsinstituts Jupiter sollen es bis 2011 europaweit 800 Mio. Franken sein.
-Bei Parship, dem drittgrössten Online-Partnervermittungs-service in Europa, schreiben sich täglich ca. 5000 Mitglieder ein. Das sind rund 1.8 Millionen im Jahr.
Auf den ersten Blick sehen diese Umsatzzahlen recht beeindruckend aus. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass bei diesen Angaben nur Vermittler von ‘längerfristigen Beziehungen’ berücksichtigt wurden, nicht aber ‘Schmuddel-Betreiber.’ An diesem Punkt müssen wir uns darauf zurück besinnen, dass auch im Internet die Liebe auf vielen verschlungenen Wegen gefunden werden kann, die sich wohl kaum alle statistisch berücksichtigen oder berechnen lassen. Was ist beispielsweise mit all den freundschaftlich orientierten, offenen und völlig kostenlosen Chatprogrammen? Sicherlich werden dort nicht nur Freundschaften geschlossen. Die ’seriösen’ Vermittlungsdienste verlangen eine Registrierung, Gebühren, und vermutlich auch eine gute Portion Geduld. Da liegt der Gedanke nahe, dass vielleicht etwas ältere, gut situierte, gleichermassen ’seriöse’ Menschen als Zielgruppe für diese Dienstleister am interessantesten sind.
Am Ende des NZZ-Artikels steht ein User-Kommentar. ‘Tom Illuminator’ schreibt:
„Parship übertölpelt Kunden
Parship wirbt für Online-Abonnemente und preist sich als Marktleader mit makellosen AGBs. Vorsicht Bauernfängerei: Parship informiert die Abonennten nicht rechtzeitig über den Ablauf eines Abonnementes und dessen automatische Verlängerung!!“
Für den nächsten Beitrag werde ich mir die Parship-Seite genauer anschauen.
März 9, 2008 um 4:37
Offenbar ist der Online-Markt mächtig am Boomen. Ich weiss nicht, wie viele sich bei anderen Online-Partnervermittlungen einschreiben. Aber die 5000 pro Tag bei Parship scheinen mir doch sehr viel. Du schreibst, es ist der drittgrösste Anbieter. Mich würde interessieren, welches die anderen zwei noch grösseren Anbieter sind, denn Parship ist in aller Munde. Ich dachte, dies sei der grösste Anbieter.
Ich denke auch, dass gerade Partnervermittlungen wie Parship nicht die ganz Jungen anspricht. Die chatten wohl lieber in einem dieser unzähligen Chatprogramme. Und dann spielt der finanzielle Aspekt sicherlich auch noch eine Rolle. Aber das Partnervermittlungen wie Parship nur „etwa ältere, gut situierte, gleichermassen ’seriöse’ Menschen als Zielgruppe“ anspricht, bezweifle ich. Es wundert mich auch, dass Parship zumindest bei diesem einen User so schlecht wegkommt. Ich kenne zwar die genauen Bedingungen für eine Teilnahme nicht. Aber ich habe doch einige Kolleginnen, die Kontakte über Parship gesucht haben, und von ihnen habe ich nur Positives bezüglich Kosten und Seriosität gehört. Bin gespannt, was du von Parship das nächste Mal zu berichten hast.
Caroline